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Im Zuge der Osterweiterung der EU haben auch die Einwohner Rumäniens und Bulgariens das „Recht“ erhalten, sich europaweit niederzulassen. Dabei handelte es sich zunächst um Billiglöhner, die seither in Schlachtereien und ähnlichen Knochenmühlen für wenig Geld schuften und meist in billigen Absteigen oder Containern hausen.

 

Angesprochen von der neuen Reisefreiheit fühlten sich aber bald auch jene Minderheiten, die auf dem Balkan seit Jahrhunderten heimisch sind und meist „am Rande der Gesellschaft“ leben. Von ihren Nachbarn werden sie in den Landessprachen als „Cigany“ benannt, während das deutsche Wort „Zigeuner“ seit einigen Jahren verpönt ist. Lieber greift man hierzulande zu Namen wie „Sinti und Roma“, „Ashkali“ oder gar „Balkanägypter“, selbst wenn dadurch eher sprachliche Verwirrung gestiftet wird. Als politisch korrekter, zugleich ziemlich alberner Begriff hat sich der „Rotations-Europäer“ in die Amtssprache eingeschlichen.

 

Selbst soweit haben es die Kommunalpolitiker und Medien in Magdeburg noch nicht gebracht. Wenn über Probleme mit diesen Zuwanderern geredet werden muss, weil sie zu offensichtlich geworden sind, wird ein regelrechter Eiertanz aufgeführt. Unter der Überschrift „Viel Lärm und Müll in Magdeburg-Neustadt“ hat die „Volksstimme“ zum wiederholten Male das Thema aufgegriffen. Es bleibt aber bei einer oberflächlichen Beschreibung der Zustände.

 

Es ist von nächtlichem Lärm die Rede, von Müllansammlungen und davon, dass erste deutsche Mieter wegziehen, weil sie es mit den „Rumänen“, wie sie verschämt genannt werden, nicht mehr aushalten. Der Direktor einer überfremdeten Schule kommt zu Wort, selbst Hauseigentümer, die den Werteverlust ihrer Grundstücke fürchten, dürfen sich ausheulen. Natürlich hat angeblich niemand etwas gegen die neuen Bürger oder wünscht sich gar, dass sie dorthin zurückgehen, woher sie gekommen sind. Nein, so diszipliniert ist man schon, wenn das Mikrophon geöffnet ist!

 

Oberbürgermeister Lutz Trümper gibt sich besorgt und verkündet alle paar Wochen, dass in der Landeshauptstadt keine „sozialen Brennpunkte“ entstehen dürften. Konkrete Maßnahmen kann er nicht benennen. Wie auch, ist die beklagte Entwicklung doch in Brüssel beschlossen und in Berlin abgesegnet worden. Völlig in Schweigen hüllen sich die Kirchen, obwohl die sich eigentlich um das Seelenheil ihrer einheimischen wie auch der zugewanderten Schäfchen kümmern müssten. Kein Ton kommt auch aus dem am Brennpunkt Moritzplatz gelegenen Kinder- und Jugendhaus „Knast“, einem „Angebot der offenen Jugendarbeit“ im ehemaligen Stasigefängnis.

 

Die neuen Bewohner sitzen lieber auf den Parkbänken oder auf den Stufen der umliegenden Häuser. Tagsüber würde eine geradezu paradiesische Ruhe in der Neustadt herrschen, gäbe es nicht den Verkehrslärm, der von der „Tangente“ oder „Lübecker“ dringt. Deshalb soll ein begrünter Lärmschutzwall zur Schnellstraße hin errichtet werden. Gegen den nächtlichen Krawall dürfte er aber kaum etwas ausrichten. Noch realitätsferner sind Pläne, Freiflächen für Bauwillige bereitzustellen. Es dürften sich kaum Leute finden, die ihr Eigenheim in einem „sozialen Brennpunkt“ errichten wollen.

 

Als Meister im Verdrängen der Realität erweist sich Stadtrat Hans-Joachim Mewes (Die Linke). Er glaubt daran, dass die „deutsche Bevölkerung überreagiert“ und dass Reden helfen würde. Ähnlich fest dürfte der frühere Landtagsabgeordnete einst auch vom „Sieg des Sozialismus“ überzeugt gewesen sein. Allen Beteiligten ist eines gemeinsam: Sie reden um den heißen Brei und blenden alle Möglichkeiten aus, die anstehenden Probleme zu lösen. Dabei ginge es auch anders.

 

Wie mit der Volksabstimmung zum „Brexit“ der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union eingeleitet wurde, könnten die Fehlentscheidungen im Rahmen der EU-Erweiterung auf dem Verhandlungswege revidiert werden. Es sollte jedoch auch möglich sein, über einen „Dexit“, den Austritt Deutschlands aus der EU nachzudenken. Doch in dieser Hinsicht ist von den etablierten Politikern nichts zu erwarten.