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Finanzkrise: Banken drehen wieder am Rad Drucken E-Mail
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Donnerstag, 09. Juli 2009 um 22:22 Uhr
Weltweit werden die Steuerzahler wegen der Finanzkrise kräftig zur Kasse gebeten. In Deutschland mußte die Bundesregierung deswegen die größte Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik vornehmen. Bis heute kann niemand das Ende der Auswirkungen dieser Krise absehen oder sagen, wie der gigantisch angehäufte Schuldenberg in Zukunft abgetragen werden soll. Wahrscheinlich wird auch in Deutschland auf die Bürgerinnen und Bürger spätestens nach der Bundestagswahl eine Steuererhöhung zukommen.
Die Verursacher hingegen scheinen ein kurzes Gedächtnis zu haben. Die durch Steuergelder finanzierte Entspannung auf den Finanzmärkten hat nun wieder bei einigen Banken zum Rückfall in alte Verhaltensmuster geführt.

So sind nicht nur die Gehälter der Spitzenbanker in der Krise angehoben worden, sondern die meisten Geschäftsmodelle der Banken basieren nach wie vor auf volatilen und zum Teil riskanten Einnahmen aus dem Investment-Banking. Analysten gehen davon aus, daß aus dem kapitalmarktorientierten Handelsgeschäft auch im zweiten Quartal wieder der Großteil der Gewinne kommen wird.

Die Deutschen Bank redet beispielsweise von einem sehr erfreulichen zweiten Quartal 2009. Kaum verwunderlich, daß Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an seinem Ziel von 25 Prozent Eigenkapitalrendite vor Steuern festhalten will. Auch Credit-Suisse-Chef Brady Dougan hält eine Rendite von bis zu 20 Prozent im Investment-Banking für durchaus realistisch – das alles, obwohl es gerade das risikoreiche Investmentgeschäft der Banken gewesen ist, das zur größten Wirtschaftskrise seit 1923 geführt hatte.

Beide Banken behaupten zwar, daß sie die angepeilte Rendite mit deutlich weniger Risiken als vor der Krise einfahren möchten – die Beweise dafür bleiben sie aber schuldig.

In den USA – dem Mutterland der Krise – zeigt sich die gleiche Sorglosigkeit der Banken. So rechnet Goldman Sachs mit dem besten Ergebnis seiner 140-jährigen Geschichte. Das Haus profitiert neben anderen Bankinstituten vom Niedergang der Konkurrenz und von satten Gewinnen im Handel mit Devisen, Anleihen und Rohstoffen. Besonders deutlich zeigt sich das auch im “Prime Brokerage”, dem Geschäft der Banken mit Hedge-Fonds. Hier haben vor allem Credit Suisse und die Deutsche Bank Marktanteile hinzugewonnen.

Die ersten Banken drehen schon jetzt wieder am Rad und gefährden damit die schrittweise Erholung der Wirtschaft. Einige Geldhäuser versuchen nun wieder, mit nichtkostendeckenden Dumpingpreisen Marktanteile und damit Rendite hinzuzugewinnen.

Auch Geschäftsfelder, die im Zentrum der Finanzkrise stehen, werden von den Banken wieder beackert. So nutzen Goldman Sachs und die britische Großbank Barclays bereits wieder die Technik der Verbriefung, um Risiken aus ihrer Bilanz auszulagern. Beide Banken betonen, daß ihre neuen Verbriefungsinstrumente deutlich transparenter und weniger riskant seien als die durch die Krise in Verruf geratenen Techniken. Was sie nicht betonen, ist, daß auch mit der neuen Verbriefung die Kapitalvorschriften der Finanzaufseher unterlaufen werden.

Die Finanzmarktreform, von der Politik nach Bekanntwerden der Krise großspurig angekündigt, ist bisher ausgeblieben. Kaum einer glaubt aber inzwischen wirklich daran, daß diese Reform nun noch kommen wird. Die Krise soll offensichtlich ausgesessen werden, um dann wieder alles beim Alten zu belassen. Während die Banken dann wieder in ihre alte risikobehaftete Gier zurückfallen, bleibt für den Steuerzahler ein großer, kaum abzutragender Schuldenberg und Arbeitslosigkeit. Von der etablierten Politik hat man eigentlich nichts anderes erwartet – enttäuscht ist man trotzdem.

Quelle: Deutsche Stimme

 

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